Rhode Island schafft Strafen für Unwahrheiten ab

von am Dienstag, 3 Juli 2012 gegen 17:26

Im amerikanischen Bundesstaat Rhode Island stand seit 1989 jede “transmission of false data” unter Strafe. Beim Online-Formular einer Partnervermittlung bei Alter und Gewicht zu schummeln, bei Facebook sein Profil unter einem Pseudonym anzulegen oder in einer privaten E-Mail an seine Frau es mit der Wahrheit nicht ganz so genau zu nehmen – solche Unwahrheiten galten bereits als Vergehen. Und für solche Vergehen drohte Internetnutzern in kleinsten Bundesstaat tatsächlich eine Strafe von 500 Dollar und / oder ein Jahr Haft!

Amerikanische Bundesstaaten sind für einige seltsame Gesetze bekannt, aber diese Verpflichtung zur Wahrheit ist schon sehr weltfremd. Selbst ein satirisches Comedy-Video von YouTube hätte in Rhode Island zu “false data” erklärt werden können – was an sich schon ein Witz ist.

Aber warum wird diese Gesetz jetzt geändert? Möglicherweise haben die Politiker in Rhode Island ja bemerkt, dass ihre vielen E-Mails mit Wahlversprechen auch unter “transmission of false data” fallen könnten. So manches Wahlversprechen wird ja nach der Wahl gebrochen. Das Gesetz wurde jedenfalls vom Parlament des Bundesstaats etwas abgemildert: Jetzt ist eine “transmission of false data” in Rhode Island nur noch strafbar, wenn sie in Bereicherungsabsicht erfolgt. Damit haben zumindest normale Internetnutzer nichts mehr zu befürchten – Comedians mit eigenem YouTube-Channel und Werbeeinnahmen sollten jedoch besser weiterhin einen Bogen um Rhode Island machen.

Dein Kommentar dazu

Dieser Eintrag wurde am Dienstag, den 03. Juli 2012 um 17:26 Uhr in der Kategorie OMG! geschrieben. Du kannst allen Antworten zu diesem Eintrag mit dem RSS 2.0 Feed folgen. Du kannst einen Kommentar hinterlasse, oder einen Trackback von Deiner Seite.